Wie Amerika die Demokratie verliert und wie wir sie wieder erlangen können (zweiteilige Serie)

AllgemeinPublished November 5, 2010 at 14:32 No Comments

Die Geschichte zeigte es schon oft genug: Die Diktaturen der Moderne bedienen sich des alten Tricks – egal ob es sich um die Volksrepublik China oder die Demokratische Volksrepublik Nordkorea handelt, beide nennen sich volksnah und demokratisch, doch ihren Bürgern geht es dadurch nicht besser und die Regimes sind dadurch weder demokratisch, noch volksnah. So sind auch weder die Demokraten, noch die Republikaner – richtige Demokraten. Wenn beide Parteien wirklich an die Demokratie glauben und diese Ideologie verfolgen würden, so müssten nicht unbedingt „Demokraten“ oder „Republikaner“ in ihren Namen haben. Dass sie jeweils beide Begriffe als Warenzeichen für sich reserviert haben oder jeweils ein Abbild bzw. eine alternative Definition der jeweils anderer Partei sind, zeugt Amerikas Regierung der kollektiven Autokratie verfallen ist und ihr die Ideale fehlen.

So sind die Parteinamen nichts anderes, als eine Antwort auf die Monarchie, die es in Europa früher mal gab und sie die Herrschaftsform darstellte. Während die europäischen Monarchien sich in Inzest übten und somit immer mehr sich mit gesundheitlichen Problemen konfrontiert sahen, glaubten wir erfolgreich zu sein, ohne die Gefahren für uns selbst zu überprüfen. Sie haben fast alle Bundesebenen und alle Regierungsposten erobert und schafften es tatsächlich sogar das einzige natürliche Hindernis zu überwinden, der noch im Weg stand – die Verfassung. Die brancheninternen Vereinbarung der Parteien, das Abmachungen im Stillen oder sonst wie, die Erpressung, haben es dem politischen Establishment erlaubt, ihre eigene Balance, die sie so benötigten, zu finden. Man verpetzt doch nicht seinen eigenen Bruder, wenn dieser gerade stiehlt.

Die ersten Resultate des korrupten Systems sind die jetzt notwendigen Qualifikationen für das Präsidentschaftsamt. Ein von den Medien kontrolliertes Rennen und auch von den bestimmten Interessensgruppen kontrollierten Medien machen es unerlässlich, dass man der Präsident hoffentlich alle Regierungs- und Kongressrollen übernimmt, insbesondere zu dem Zeitpunkt der nationalen Kampagne. In anderen Worten, eine Präsidentschaftskandidat kann nur dann gewählt werden, wenn er sein Elektorat kontrolliert und er kann sein Elektorat nur mit Regierungspower und einer Menge Geld kontrollieren – beides kann mit der Kongressarbeit erlangt werden und auch die politische Erfahrung verdoppelt sich nahezu. Unglücklicherweise, ein zu langer Aufenthalt im Kongress führt dazu, dass Politik mit der herrschenden und unpopulären Regierung von den Wählern assoziiert wird, welche es immer noch schafft, trotz der 19% Ratings an der Macht zu bleiben.

Der Verfall innerhalb des Kongresses basiert auf der Theorie, dass ein ineffektives Kongress eine Folge der langen Amtszeit und zu hohe Wiederwahlrate und ist wiederum ein sekundärer Effekt vom Fehlen der Demokratie. Auch wenn das 109. Kongress ihre Legislaturperiode mit einem 23% Rating beendete, 98% wurden wiedergewählt. Das ist das Resultat von der Tatsache, dass die meisten Stimmen absolut unbedeutend werden, das man mit viel Geld in Kombination mit dem Sitz im Kongress auch in den angefochtenen Bezirken relativ problemlos gewinnen kann.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr irgendwo lebt, wo ihr euren Repräsentanten wählen könnten ist gering und höchstwahrscheinlich könntet ihr gar nicht beeinflussen, wer der nächste Präsident wird. Die Republikaner wurden niemals an die Macht gewählt und es ist zu spät die Demokratie neu zu wählen. Ab jetzt können wir nur noch Zuschauer sein, dem Schicksal ihren freien Lauf lassen, über die Heuchelei lachen, sich aber über die Ironie im Klaren sein, dass diejenigen, denen wir misstrauen, uns auch regieren werden. Lachen, wenn McCain das gesamte Kongress für ihren Urlaub kritisiert, während die Wirtschaftskrise um sich greift, zugleich aber sich selbst den Urlaub für die Präsidentschaftswahlen gönnt, obwohl er eigentlich für die Arbeit als Senator weiter bezahlt wird und für diese auch eingestellt wurde. Lachen, wenn Obama McCain der Annahme des Geldes von den Lobbyisten beschuldigt. In unserem eigenen Interesse und im Interesse unseres Landes können wir nur noch hoffen, dass der Inzest und die Hämophilie diesen Sumpf bald austrocknen lassen. Es wird schlimmer, bevor es überhaupt besser wird

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